Glaube/Zweifel, 2007
“Wie ein Kartenhaus zusammenfallen” umschreibt ein Ereignis, in dem nichts mehr Bestand hat. Gleichzeitig ist das Aufeinandertürmen von Karten ein Kinderspiel, das Geschicklichkeit übt. Die Arbeiten von Via Lewandowsky erweisen sich in ihrer reduzierten Formensprache als psychologische Topografien, die das menschliche Dasein in raumgreifende Konzepte überführen. Das Kartenhaus erinnert an zerstörte Städte, verweist auf Migration, die Schnelllebigkeit unserer Zeit und das moderne Nomadentum einer globalisierten Welt. Das traute Heim wird als fragile Konstruktion entlarvt. Ebenso verkörpert es die Brüchigkeit zwischenmenschlicher Beziehungen und stellt die Verlässlichkeit familiärer Werte in Frage. In der installativen Monumentalität lässt sich eine gewisse Hybris nicht verleugnen, die von jeher das menschliche Scheitern fast zwangsläufig impliziert. Lewandowskys ironisch-subversive Eingriffe in den Raum leben von der Ästhetik einer latenten Gefährdung und Dekonstruktion. Der Glaube muss sich gegen den Zweifel behaupten und manifestiert sich in dessen Überwindung.

