Here, There and Everywhere (Jelögate in Moss, Norwegen), 2004
© Erla Haralsdóttir und Bo Melin
Durch Reisen fernab ihrer isländischen und schwedischen Heimat wurde den Künstlern deutlich, wie sehr sich das gewohnte Bild der nordeuropäischen Städte von dem Anblick zum Beispiel Berlin-Kreuzbergs oder San Franciscos unterscheidet. Die skandinavische bzw. isländische Menschenleere, Aufgeräumtheit und Sauberkeit war im südlichen Ausland kaum wiederzufinden. In der Kunst kann man jedoch beides miteinander vereinen. Und so importierten sie den Müll und die Graffiti ihrer neuen Umgebung mittels digitaler Methoden in die Veduten zum Beispiel der norwegischen Kleinstadt Moss. Auf den ersten Blick fällt es gar nicht auf, aber dem Kenner von Mentalität und Örtlichkeiten wird die Szenerie merkwürdig erscheinen. Diese künstliche Vermischung von Realitäten erzeugt allerdings noch keine wirkliche Symbiose. Sie zeigt im Gegenteil die Kluften auf, die zwischen unterschiedlichen Kulturen liegen können, und die Schwierigkeit, diese miteinander zu verbinden. Auch die Veränderungen, die auf scheinbar von den Nachteilen der Zivilisation bislang unberührte Regionen zukommen können, sind hier impliziert.

