Hinterhof, 2004
© Paul Ekaitz
Die Wohnung, individueller Lebensraum, Ruhepol und Ort, an dem man sich zumindest temporär niederlässt, ist naturgemäß der authentische Raum und damit Spiegel des jeweiligen Charakters, der Kultur sowie Herkunft seiner Bewohner. Paul Ekaitz baut mit HINTERHOF die Wohnungsgrundrisse seiner Freunde nach, die er in seiner Wahlheimat Berlin kennengelernt hat, und türmt die einzelnen Modelle zu einer verschachtelten Architektur. Der Aufbau ist variabel und lässt verschiedene Blickachsen zu. Die Arbeit ist in Spanien aus der Erinnerung entstanden; in der räumlichen Distanz werden die in der Fremde gemachten Erfahrungen emotional reflektiert und jede Persönlichkeit erhält im Kunstwerk eine spezifische Farbigkeit.
In den Fotografien simuliert Ekaitz den Gang durch das Innere ihrer Wohnungen: Offenbar wird ein Labyrinth von Räumen und Korridoren, aus denen alles Leben gewichen ist. Die atmosphärische Leere und unverstellte Offenheit versinnbildlicht Architektur als individualisierte Hülle und lenkt den Blick auf die subjektive Bindung an den Ort.

