Insert I (Col de la Forclaz), 2005
Courtesy Galerie KAPINOS, Berlin
© Martin Dörbaum
Martin Dörbaum ist Landvermesser einer digitalen Welt, in der die Wirklichkeit lediglich noch als ferne romantische Idee erscheint. Im Gegensatz zu Fotografien haben seine Computergrafiken keine Verbindung mehr zum konkreten Raum, sondern sind Momentaufnahmen innerhalb einer virtuellen Realität. Die Bilder inszenieren dabei die Welt als menschenleere Bühne, in der jedes Detail eine dramaturgische Funktion erfüllt. Wie in einem Filmset laden der Bildaufbau, die Lichtführung und die Perspektive die Orte des Geschehens mit einer geheimen Bedeutung auf. Die subjektive Perspektive, aus der heraus die Blickrichtung auf das Geschehen gerichtet ist, intendiert einen Beobachter, der jedoch immer nur einen Teilbereich der Szene einsehen kann. Inmitten einer bilderüberfluteten und tausendfach erklärten Realität öffnen die verrätselten, kühl distanzierten menschenleeren Parallelwelten Martin Dörbaums den Blick für die Weite einer neuen Heimat der noch unerklärten Räume und unentdeckten Geschichten.

